Arztbrief mit KI: Der Entwurf kommt vom Sprachmodell, die Verantwortung bleibt ärztlich
Ein Arztbrief mit KI entsteht in zwei Schritten: Eine medizinische Spracherkennung versteht, was gesagt wurde, und ein Sprachmodell formuliert daraus den gegliederten Brief. AutoArztbrief verbindet beides für den Klinikalltag: aus dem Gespräch in der Sprechstunde oder aus einem kurzen, frei erzählten Diktat.
Was die KI übernimmt
Die KI nimmt Ärztinnen und Ärzten den Teil ab, der Zeit frisst, aber keine ärztliche Entscheidung ist: zuhören, zusammenfassen, in die Form bringen, die Ihre Abteilung gewohnt ist. Konkret:
- Verstehen. Die Spracherkennung ist auf medizinische Sprache eingestellt und kennt das Glossar Ihrer Abteilung: Fachbegriffe, Klassifikationen, Eigennamen von Verfahren und Hilfsmitteln.
- Gliedern. Aus dem Gesprächs- oder Diktattext entstehen die Abschnitte, die Ihr Brief braucht: Anamnese, Befund, Diagnose, Therapie, Procedere, in der Reihenfolge und Tonlage Ihrer Abteilung.
- Weglassen. Begrüßung, Terminabsprachen und Nebensächliches aus dem Gespräch landen nicht im Brief.
- Ergänzen, aber nur Geprüftes. Zu Diagnosen und Prozeduren schlägt die KI ICD-10- und OPS-Codes vor, jeder Vorschlag wird gegen den amtlichen Katalog geprüft.
- Übersetzen. Eine Patienteninformation in einfacher Sprache oder in einer von über 70 Sprachen entsteht aus dem fertigen Brief auf Knopfdruck.
Was die KI nicht darf
Ein Sprachmodell formuliert flüssig, und genau darin liegt das Risiko: Es könnte Lücken mit plausibel klingenden Angaben füllen. AutoArztbrief ist so gebaut, dass das nicht passiert:
- Nur Diktiertes. In der strengen Betriebsart bleibt jede fehlende Angabe als „[nicht diktiert]“ sichtbar, statt erfunden zu werden. Abteilungen, die Vorschläge wünschen, bekommen sie ausdrücklich als Vorschlag markiert.
- Feste Prüfregeln nach der Erzeugung: Namen, die im Diktat nicht vorkamen, Bildgebung, die niemand erwähnt hat, ein Alter, das nicht genannt wurde, eine Diagnose, die nur ein Beispiel aus dem Fachwissen war. Solche Ergänzungen werden erkannt und entfernt, unabhängig vom Sprachmodell.
- Keine erfundenen Codes. Ein ICD- oder OPS-Code steht nur im Brief, wenn es ihn im Katalog gibt und er zum Text passt.
- Keine Entscheidung. Die KI schlägt vor, sie ordnet nicht an. Belastung, Therapie, Nachsorge stehen so im Brief, wie sie gesagt wurden.
Was ärztlich bleibt
Der Entwurf wird gelesen, bei Bedarf korrigiert und erst dann übernommen. Dafür ist der Text bis zuletzt bearbeitbar, am Handy und am Klinik-PC. Ein Nachdiktat ergänzt Fehlendes, ohne dass der Brief neu entsteht. Was die Ärztin oder der Arzt nicht freigibt, verlässt die App nicht.
Wie Ihr Brief zu Ihrem Brief wird
Stil und Vorlagen der Abteilung
Jede Abteilung hinterlegt eigene Stilbeispiele und Schnellvorlagen für häufige Diagnosen und Eingriffe. Bei einer hinterlegten Vorlage genügt ein kurzes Diktat mit dem, was diesen Fall besonders macht, der Rest folgt der bewährten Formulierung.
Fachwissen je Abteilung
Klassifikationen, Scores, hausinterne Regeln und Terminologie liegen als Wissensmodule vor. Die KI zieht sie nur heran, wenn sie zum Diktat passen. So schreibt eine Kinderorthopädie andere Briefe als eine Hämatoonkologie, mit derselben App.
Lernen aus dem Haus
Hörfehler bei Fachbegriffen werden als feste Ersetzungen im Glossar hinterlegt und greifen ab dann bei jeder Aufnahme. Die Einrichtung übernehmen wir gemeinsam mit Ihrer Abteilung, meist in einer Stunde.
Datenschutz beim KI-Arztbrief
Die App braucht keine Stammdaten: keine Kombination aus Vor- und Nachname, kein Geburtsdatum. Die Zuordnung geschieht erst im KIS. Spracherkennung und Sprachmodell laufen bei europäischen Anbietern innerhalb der EU, der Anwendungsserver steht in Deutschland, Briefe werden nicht gespeichert, ein Training mit Ihren Daten ist vertraglich ausgeschlossen. Die Einzelheiten stehen auf der Seite Datenschutz und Sicherheit; was das für die Datenschutz-Folgenabschätzung Ihrer Klinik bedeutet, auf KI und Datenschutz in der Klinik.
Wo der KI-Arztbrief im Alltag ankommt
- Ambulanz: Das Gespräch läuft wie immer, der Brief ist fertig, wenn die Patientin das Zimmer verlässt.
- Station: Visiteneinträge wachsen über den Aufenthalt zu einem Verlauf, aus dem der Entlassbrief entsteht. Mehr auf Visite und Verlauf und Entlassbrief per KI.
- OP: OP-Berichte mit Prüfung auf abrechnungsrelevante Angaben, siehe OP-Bericht und Abrechnung.
- Klinik-PC: Der fertige Text erscheint am Rechner und wird mit einem Klick in das geöffnete KIS-Formular eingefügt, ohne Schnittstelle.
Grenzen, ehrlich benannt
Die Spracherkennung ist sehr gut, aber nicht fehlerfrei: Bei Zahlen und seltenen Eigennamen lohnt ein Blick. Deshalb zeigt die App im Freitext die erkannten Zahlen gesondert zur Kontrolle an, und das Transkript bleibt immer sichtbar. Und ein Brief ist nur so vollständig wie das Gespräch oder Diktat: Was nicht gesagt wurde, fragt die App nach, aber sie rät nicht.
Häufige Fragen zum Arztbrief mit KI
Schreibt die KI den Arztbrief ganz allein?
Sie schreibt den Entwurf. Die Ärztin oder der Arzt liest ihn, korrigiert bei Bedarf und übernimmt ihn. Die ärztliche Verantwortung bleibt, wo sie hingehört. Deshalb ist jeder Brief bis zuletzt bearbeitbar.
Erfindet die KI Befunde oder Diagnosen?
Dagegen ist AutoArztbrief gebaut: Was nicht diktiert wurde, steht nicht im Brief. In der strengen Betriebsart bleiben fehlende Angaben als „[nicht diktiert]“ sichtbar, feste Prüfregeln entfernen Namen, Bildgebung, Alter oder Diagnosen, die im Diktat nicht vorkamen. Eine Abteilung kann stattdessen ausdrücklich Vorschläge zulassen, die dann als solche markiert sind.
Darf eine Klinik Arztbriefe mit KI erstellen?
Ja, wenn Datenschutz und ärztliche Prüfung gewährleistet sind. AutoArztbrief arbeitet ohne Patientenstammdaten, verarbeitet die Daten ausschließlich in der EU und speichert keine Briefe. Für die Datenschutz-Folgenabschätzung Ihrer Klinik liefern wir die nötigen Unterlagen. Mehr dazu auf der Seite KI und Datenschutz in der Klinik.
Welche KI steckt dahinter?
Zwei Bausteine: eine medizinische Spracherkennung mit dem Glossar Ihrer Abteilung und ein großes Sprachmodell, das aus dem erkannten Text den gegliederten Brief formuliert. Beide laufen bei europäischen Anbietern in der EU, eine Nutzung Ihrer Daten zum Training ist vertraglich ausgeschlossen.
Wie lange dauert es?
Vom Ende der Aufnahme bis zum fertigen Entwurf in der Regel unter einer halben Minute, auch bei einem 30-minütigen Gespräch. Die Zeit, die Sie sparen, ist die Zeit des Formulierens und Tippens.
Muss unsere IT etwas installieren?
Nein. AutoArztbrief läuft als App auf Smartphone und Tablet, am PC im Browser. Für die Übernahme in das KIS gibt es ein kleines Hilfsprogramm für den Klinik-PC, das den fertigen Text in das geöffnete Formular einfügt. Eine Schnittstelle zum KIS ist nicht nötig.
Weitere Themen
- Entlassbrief per KI
- Visite und Verlauf
- OP-Bericht und Abrechnung
- Medizinische Spracherkennung
- KI und Datenschutz in der Klinik
- Für die Klinik-IT
- Pflegedokumentation mit KI
- Patienteninformation
- Freitext in jedes Programm
- Vergleich zum Diktiersystem
- So funktioniert es
- Datenschutz und Sicherheit
- Häufige Fragen